Reisebericht: Sportclub Le Palme
Eigentlich hatte ich die Yoga- und Wanderreise nach Sardinien schon seit mehreren Jahren im Blick. Das Problem war nur der Termin Ende Juni, der sich normalerweise kaum mit meinem Job vereinbaren lässt. Dieses Jahr passte endlich alles zusammen. Ursprünglich wollte ich lediglich die Yoga-Woche buchen – doch spontan entschied ich mich für eine Verlängerungswoche mit dem freien Aktivprogramm. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde bereut habe.
Flug und Transfer zum Hotel Le Palme verliefen – wie bei meinen bisherigen Froschreisen – reibungslos. Ich kam pünktlich zum Abendessen im Hotel an und konnte den Urlaub entspannt beginnen. Vor der Reise hatte ich einige kritische Bewertungen zum Hotel gelesen, insbesondere zum Essen und war daher etwas besorgt. Da ich aus Gesprächen mit Mitreisenden weiß, dass es ihnen auch so ging, möchte ich mögliche Bedenken gleich zu Beginn ausräumen:
Die Küche hat mich jeden Tag aufs Neue begeistert. Es gab abwechslungsreiche italienische Gerichte, frische Zutaten, viel Obst und auch auf Allergien wurde Rücksicht genommen. Ein echtes Highlight war der sardische Abend mit regionalen Spezialitäten und liebevoll dekorierten Tischen. Die schlechten Bewertungen kann ich daher nicht im Ansatz nachvollziehen.
Doch natürlich war ich nicht wegen des Essens nach Sardinien gekommen, sondern wegen Yoga, Wandern und der beeindruckenden Landschaft.
1. Woche: Yoga und Wandern
Unsere Yogagruppe bestand aus 14 Fröschen. Nach einem ersten Kennenlernen starteten wir gemeinsam mit unserer Yogalehrerin Eva zu einer kleinen Wanderung mit anschließendem Besuch der örtlichen Eisdiele. Hier lohnt es sich definitiv mehrfach vorbeizuschauen, die Eissorten wechseln täglich. Anschließend gab es die Möglichkeit an einem kostenlosen Probetauchen im Pool teilzunehmen – eine Erfahrung, die ich sehr empfehlen kann. Für besonders Begeisterte gibt es auch die Möglichkeit weitere Tauchtermine zu buchen.
Ein besonderes Erlebnis war das Sunrise-Yoga auf dem SUP. Auch wenn der Wecker dafür sehr früh klingelte, hat sich das Aufstehen gelohnt, der Sonnenaufgang vom Meer aus war wunderschön - so dass ich mich sogar noch einen zweiten Tag zu dieser undankbaren Uhrzeit aus dem Bett gequält habe.
Ergänzt wurde das Programm durch Meditation, einen Atemworkshop, Yin-Yoga und weitere Yogaeinheiten in der Outdoor-Yogaoase sowie Wanderungen, unter anderem zum Osalla Beach.
Als das Wetter eine Küstenwanderung wegen Gewitter und Hagel unmöglich machte, wurde das Programm kurzfristig angepasst. Diese Flexibilität zog sich durch die gesamte Reise und sorgte dafür, dass keine Programmpunkte der 1. Woche ausfallen mussten.
2. Woche freies Programm
Für mich stand in der zweiten Woche vor allem das Wandern und Ausflüge im Mittelpunkt. Täglich wurden Wanderungen und Fahrradtouren angeboten. Zusätzlich konnte man Touren des Partnerunternehmens Keya buchen.
Einige Eindrücke zu den Keya-Touren: Besonders empfehlen kann ich die Kajaktour mit Simone. Neben der beeindruckenden Landschaft des Naturschutzgebietes Biderosa erfährt man viel über Pflanzen und Natur. Selbst als Anfängerin war die Tour gut zu bewältigen. Ein besonderes Highlight waren die Flamingos, die wir während einer Pause beobachten konnten.
Auch die Jeeptour mit Gavino hat mir sehr gut gefallen. Durch seine Erklärungen zur Natur und Geschichte und die ausgewählten Fotostopps bekommt man viele Eindrücke vom Hinterland Sardiniens, das man sonst auf der Reise nicht sehen würde. Wer allerdings empfindlich auf holprige Strecken reagiert, sollte von der Fahrt evtl. Abstand nehmen.
An meinem letzten Tag habe ich noch mit Lisa die Orgosolo-Tour in das alte Banditendorf gemacht, das sich inzwischen auf politische Wandmalerei verlegt hat. Dieser kulturelle Programmpunkt war eine gute Ergänzung des Sportprogramms der anderen Tage.
Zu beachten ist, dass das Keya-Programm sich teilweise mit dem Frosch-Programm überschneidet, so dass man hier eine Auswahl treffen muss.
Bei den Wanderungen der zweiten Woche ist besonders die Cala Luna Wanderung zu erwähnen, die sehr schöne Aussichten geboten hat, aber auch einen durchaus anspruchsvollen Weg. Gerade bei den hohen Temperaturen (> 30°C) war die Tour fordernd und man sollte unbedingt genug Wasser mitnehmen.
Neben den Wanderungen wurde auch regelmäßig eine zusätzliche Sporteinheit angeboten, wobei ich die Aqua-Fitness besonders lustig fand.
Anspruch der Reise
Die Yoga-Woche eignet sich auch für Yoga- und Wander-Einsteiger. Die Übungen wurden gut erklärt und die Wanderungen waren mit wenigen Höhenmetern gut zu bewältigen. Erst in der zweiten Woche stieg der Anspruch der Wanderungen etwas an, mit einem durchschnittlichen Fitnesslevel sollten die Touren aber machbar sein.
Für die Cala-Luna-Wanderung waren knöchelhohe Wanderschuhe aus meiner Sicht sehr sinnvoll, bei den übrigen Touren die ich gemacht habe reichten normale Turnschuhe.
Die Unterkunft und die direkte Umgebung
Die Zimmer waren sauber und wurden täglich gereinigt. Sie verfügen über einen Balkon, auf dem sich ein Wäscheständer befindet – sehr praktisch für die Badekleidung und wenn man schnell mal etwas durchwaschen möchte.
Zwei Probleme ergaben sich: Die WLAN-Abdeckung ist wirklich (wie bei der Reisebeschreibung erwähnt) schlecht, es ist praktisch nur im Bereich der Rezeption verfügbar. Außerdem gehört Mückenspray unbedingt ins Gepäck, gerade beim Abendessen wurde man sonst ordentlich zerstochen.
In Laufweite gibt es drei Supermärkte (für kleine Mitbringsel wie Öl empfehle ich den Mittleren der drei), zwei Bankautomaten, eine Apotheke und zwei Eisdielen sowie mehrere Restaurants.
Außerdem sind verschiedene Strände gut erreichbar – sowohl Sandstrände als auch felsige Buchten, die sich gut zum Schnorcheln eignen. Schnorchel, Flossen und einigen Sonnenschirmen kann man sich aus einer Kiste an der Poolbar ausleihen, sodass man diese nicht unbedingt aus Deutschland mitbringen muss.
Das Team und das Abendprogramm
Die Teamer (Eileen, Lorena, Jonas und Flo + Eva in der 1. Woche) waren sehr engagiert und haben sich auch auf spezielle Wünsche eingestellt, bzw. verschiedene weitere Auswahlmöglichkeiten vorgeschlagen. Besonders schön fand ich, dass sie auch Zusatzangebote gemacht haben (morgens SUPen), die eigentlich nicht auf dem Plan standen.
Das Programm für den nächsten Tag wurde abends vorgestellt. Waren es nicht genug Personen für einen Programmpunkt waren sie bemüht Möglichkeiten zu finden, damit der Programmpunkt trotzdem stattfinden kann, oder es wurden Alternativen vorgeschlagen. Abends sorgten gemeinsame Spiele und weitere Programmpunkte für einen gelungenen Ausklang des Tages. Hier fand ich besonders die Abende „Teamer gegen Gäster“ sehr unterhaltsam.
Fazit
Gerade die Kombination aus einer strukturierten Yoga-Woche und einer eher individuell gestalteten Aktivwoche hat die Reise für mich sehr abwechslungsreich gemacht. Wer Aktivurlaub mit Yoga, Wandern und einer angenehmen Gruppenatmosphäre verbinden möchte, dem kann ich diese Reise uneingeschränkt empfehlen. Nach zwei Wochen war ich gut erholt, habe viele nette Menschen kennengelernt und bin mit vielen schönen Eindrücken nach Hause gefahren – um direkt meine nächste Reise zu planen.
Schickt uns eure Urlaubserinnerungen
Wir veröffentlichen eure Reiseberichte auf unserem Frosch Reiseblog. Für eure Mühe belohnen wir euch mit einem Reisegutschein in Höhe von 75,–. Alle Tipps zum Verfassen deines Berichts haben wir hier für euch zusammengefasst.