Zugspitze – Gardasee Transalp Trekkingtour Juli 2016
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Surreale Landschaften aus Eis und Geröll,
sagenhaft verwunschene Wälder,
glasklares Wasser.
Täler prall voll Äpfel, Trauben, Feigen.
Alpensalamander,
Murmeltiere,
wilde Orchideen.

Dieser Kommentar soll keine unnötige Wiederholung des offiziell geschilderten Reiseverlaufs darstellen. Ein paar Fotos mögen euch einen vagen Eindruck vermitteln, der jedoch nicht vergleichbar ist mit der Ergriffenheit, ausgelöst durch das tatsächliche Erleben und Empfinden.

Schon der erste Tourentag wartete mit sensationellsten Ausblicken auf: Von der Zugspitze bergab nach Ehrwald durchwanderten wir sämtliche alpine Höhenstufen. Wir starteten oberhalb der Schneegrenze, einer bizarren Landschaft aus Eis und Geröll. Nach einer halben Stunde hatten wir die Nebelschwaden unter uns erreicht und wanderten, in diese eingehüllt, steil bergab. Stück für Stück wurde es ein wenig grüner und mit etwas Glück entdeckte man links oder rechts des Pfades einen Alpensalamander, auf einem feuchten Stein ruhend. Erst am frühen Nachmittag erreichten wir die Nadelwaldstufe und staunten über den Kontrast saftig grüner Wiesen und Bäume vor dem Hintergrund der graublauen, schroffen Gipfel.

Der folgende Tag führte den Krahberg hinauf zur Glanderspitze. Die ersten zwei Stunden wanderten wir durch Laub- und Nadelwald, dann über vermooste Steine und Wiesen hinauf. Nun eröffnete sich vor uns das letzte Wegstück. Die Spitze nur erahnend, folgte der wahrscheinlich steinigste Anstieg der gesamten Tour. Ein genialer Pfad, der mehr und mehr über große und kleine Gesteinsplatten führt. Unbedingt noch Wasser und zwei Müsliriegel hierfür aufheben, dann macht die Herausforderung Spaß und der spätere Abstieg wird ein entspannter Spaziergang.

Die nächsten drei Tourentage gestalteten sich bezüglich An- und Abstieg etwas moderater, Zeit für Fotoshootings mit der Gruppe, vor der herrlichen Kulisse, den Wildbächen, Murmeltieren, Pferden, dem Blick über Meran.

Südtirol brachte Sonne satt, Apfelplantagen, Reben und Feigenbäume wie sie üppiger kaum sein könnten. Freitags genossen wir in der Weinkellerei Kurtatsch unter äußerst fachkundiger Leitung köstlich reintönige Weine der hiesigen Winzer.

Bei der letzten Wanderung konnten wir uns noch einmal verausgaben: Von Ballino aus liefen wir in gut zwei Stunden hinauf auf den Monte Missone. Der breit ausgebaute Waldweg war schon bald zuende, sodass wir über steile Trampelpfade Richtung Gipfel stürmten. Den Blick von oben auf den Gardasee versperrten uns die Wolken, doch das war nicht weiter schlimm. Der lange Abstieg verlief durch Laubwälder, bevor wir durch die Gassen von Tenno schlenderten und jetzt freien Blick auf den Gardasee hatten. Von hieraus gönnten wir uns für die letzten Kilometer den Bus, um kurze Zeit später in die Wellen des Gardasees zu springen.

Überrascht waren wir alle davon, wie jung unsere Guides Sebastian, Svea und Marvin waren – und mit welcher Professionalität und Erfahrung sie die Tour leiteten. Insbesondere Sebastian, Organisationstalent auf allen Ebenen, zeigte große Sorgfalt und Strukturiertheit, enormes Pflichtbewusstsein und rund um die Uhr Bemühen um das Wohlergehen seiner Gäste. Svea ergänzte das Team mit ihrer eloquenten, kommunikativen, aufgeschlossenen Art und ihrem Sinn für Teamgeist. Marvin komplementierte es schließlich durch seinen herrlich impulsiven, freundlichen Charakter und seine überzeugenden Motivationseinlagen.

Die Guides fanden Zugang zu den Teilnehmern aller Altersstufen und beschenkten auch die beiden Teenager unter den Gästen mit sehr viel Verständnis, Aufmerksamkeit und authentischem Interesse. Sie kannten alle Routen, ihre Beschaffenheiten und Anforderungen bis ins Detail. Rechtzeitig setzten sie die Gäste in Kenntnis, gaben Tipps oder gingen direkt zur Hand. Da sie immer mit Karte und GPS ausgestattet waren, konnten auch neue Pfade sofort erschlossen werden, wenn ein ursprünglicher Weg nicht mehr begehbar war. Erwanderte Kilometer und Höhenmeter jedes Teilnehmers wurden Tag für Tag dokumentiert und abschließend in der Transalp-Urkunde festgehalten. Am Endpunkt jeder Tagesetappe standen die Busse zum Transfer ins Hotel bereit, von Sebastian zeitlich immer perfekt abgestimmt, sodass es nie zu langen Wartezeiten kam.

Nicht zuletzt wussten sie auch, in welcher Bar es sich am letzten Abend gepflegt und entspannt feiern ließ. Drei, vier Minuten vom Hotel entfernt, unmittelbar am Ufer des Gardasees. Dort wo sich Gänsehaut beim Anblick der Berge einstellte, die sich vor dem dunkelblauen Nachthimmel abzeichneten.

Zur Sport-Gruppe: Eine gute konditionelle Verfassung macht sich bezahlt. Stimmt dazu die mentale Einstellung, dann betrachtet man steigende Anforderungen als Herausforderung und legt sich jeden Abend mit einem Bauch voller Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen.

Hat man neue Wanderschuhe, sind gute Pflaster oder Blasenpflaster sinnvoll, um dem Aufscheuern der Haut z.B. am Knöchel vorzubeugen. Wenn eure Knie im Alltag selten Belastung erfahren, wird das Wandern sehr anstrengend.

Wer vorab vegetarisches Essen gewählt hat, darf sich auf phantasievolle Gerichte freuen… da bekommt die Fleisch essende Fraktion oft große Augen.

Die größte Schwierigkeit war allerdings kein An- oder Abstieg in den Bergen. Es war das Abschiednehmen und Nachhausefahren, als unsere Gruppe nach und nach immer kleiner wurde und die Berge langsam am Horizont verschwanden. Bereits nach 8 gemeinsam verbrachten Tagen weiß man nicht so recht, wo man zuhause anknüpfen soll. Ich mochte am ersten Tag zuhause nicht aufstehen, die Post blieb zu und auch heute, am zweiten Tag, mag ich nicht einmal das Radio einschalten, um all die Erinnerungen in ihrer ganzen Farbigkeit zu bewahren, um nicht Gefahr zu laufen, dass sich Anderes zwischen mich und meine Gedanken an die letzte Woche schiebt.

Anne-Christin

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