Reisebericht: Wandern auf der faszinierenden Insel
Sollte mir mal Jemand sagen ich solle hingehen wo der Pfeffer wächst: Nichts lieber als Das! :-)
Ich bin kein Supersportler, aber doch recht fit und wollte gerne einen aktiven Urlaub mit sportlichem Anspruch und schöner Natur erleben. Da ich sehr gerne zu Fuß unterwegs bin und mir hohe Temperaturen gut liegen, habe ich mich für diese Reise entschieden. Vorweg: Es war eine meiner schönsten Reisen überhaupt!
Nach Ankunft am Flughafen Colombo war der Reiseleiter Upendra mit großem „FROSCH“ Schild einfach zu finden und die meisten der Gruppe waren schon versammelt. Direkt kam man ins Gespräch und durch die sympathischen Eindrücke stellte sich bei mir Erleichterung und Vorfreude auf die kommenden 2 Wochen ein. Zurecht, wie sich herausstellte. :-)
Die erste Unterkunft war für mich und einen Mitreisenden das Homestay bei unserem Reiseleiter Upendra zuhause, die anderen waren im Hotel untergebracht – das durch unsere vielen gebuchten Einzelzimmer nur durch uns voll belegt war. Dadurch hatten wir den schönen Pool dort für uns, was natürlich klasse war und wir auch genutzt haben. Wir zwei hatten es bei Upendra allerdings auch sehr schön und konnten sehen wie er dort lebt. Zum Essen und auch sonst die meiste Zeit waren wir aber sowieso bei den anderen.
Tempel, Sigiriya & Safari Highlights
Die ersten 2 Tage hatten wir zum Anfang kleine, leichtere Touren durch die Umgebung und einige freie Zeit. Ich fand das rückblickend gesehen genau richtig, zum Ankommen und vor allem auch zur Akklimatisierung. Die hohe Luftfeuchtigkeit dort ist wirklich erstmal ungewohnt. Und im weiteren Verlauf der Reise sollten sich die Touren noch deutlich steigern. So durchquerten wir zum Beispiel Reisfelder und Kokosnussplantagen, liefen durch Wald, an einem See vorbei, sahen eine Ruinenstadt und eine Tempelanlage.
Am dritten Morgen fuhren wir dann erstmals weiter – erst einmal zur Höhlentempelanlage von Dambulla, zu der doch so einige Stufen zurückzulegen sind, die aber daher auch einen schönen Ausblick bietet. Sehr beeindruckend, die in den Fels integrierte Tempelanlage! Später folgte eine kleine Wanderung mit guter Steigung und dann gings ins nächste Hotel mit freier Zeit z. B. am schönen Pool.
Am folgenden Morgen kam dann schon eines meiner persönlichen Highlights: Die Wanderung zur Felsenburg Sigiriya. Der frühe Aufstieg (noch bei Dunkelheit) über die vielen Stufen und weiter oben teils abenteuerlichen Treppen wurde durch einen der schönsten Sonnenaufgänge über einer traumhaften, tropischen Landschaft belohnt. Upendra kannte auch hier oben, wie so oft, the best place to be. Der Tag ging entspannt am Pool weiter oder, wer wollte, noch bei einer Wanderung auf den Berg gegenüber von Sigiriya. Für den Abend war eine Folklore-Tanzshow im Programm. Der nächste Tag bescherte uns großes Elefanten-Glück auf der Safari in einem Nationalpark. Die Dickhäuter von so nah zu sehen war doch auch ein Highlight!
Trekking in den Knuckles Bergen: Regenwald, Abenteuer & Natur pur
Für die folgenden Tage waren die Ausrüstungstipps von Upendra Gold wert – für mich auf jeden Fall! Die Wanderungen in den Knuckles Bergen waren dran und wir sollten unseren Rucksack für 2 1/2 Tage packen (dorthin konnte das große Gepäck nicht geliefert werden). Auf dem Weg zum Startpunkt machten wir noch Halt an einer Großmarkthalle und haben das bunte Treiben dort beim Durchlaufen bestaunt. Diese Vielfalt an exotischen Früchten, Gemüsesorten und Gewürzen hatte ich so noch nicht gesehen. Das funktionierende Durcheinander hat mich allerdings auch beeindruckt. ;-)
Am Startpunkt der Tour erwartete uns ein zweiter Wanderführer (neben Upendra): Mutu (wenn ich es richtig schreibe). Unfassbar fand ich, dass Mutu die ganze Zeit barfuß lief! Wow! Die Tour ging ca. 5 Stunden und war mit dem vollgepackten Rucksack und so einigen Höhenmetern in diesem Klima für mich dann doch die erste richtige Herausforderung – aber auch machbar. Es war einfach wunderschön durch diesen unendlich erscheinenden Regenwald mit seiner besonderen Pflanzenwelt zu wandern – bzw. „halben“ Regenwald wie uns Upendra erklärte, da dort nur halb soviel Niederschlag im Jahr fällt wie es offiziell für einen Regenwald definiert wird. Eine tolle Überraschung war am späten Nachmittag noch ein Regenbogen am Himmel über Reisfeldern und Regenwald. Nach soviel schönen Eindrücken des Tages auch noch das als Geschenk, das war Wahnsinn!
Gegen Ende der Tour haben wir uns in einem kleinen, klaren Bergsee erfrischt! Dann in frischer Kleidung auf zur ersten Familien-Übernachtung in einem kleinen Bergdorf. Das Bettenlager und die sanitären Einrichtungen waren zwar einfach, aber ehrlich: ausreichend und sauber, fand ich. Wir wurden mit frischem Tee empfangen und das Kürbiscurry später beim Abendessen gehört zu meinen Favoriten der Reise! Da es am nächsten Tag früh weiterging war ich recht früh im Bett. Ein paar von uns saßen noch eine Weile auf der Veranda zusammen.
Bei leichtem Regen starteten wir am nächsten Morgen die zweite Tour. Nach ca. 3 Stunden stellte sich heraus, dass der weitere geplante Weg nicht gut begehbar war. Daher nahmen wir eine andere Strecke die die Tour dann etwas verlängerte und auch etwas abenteuerlicher machte. So einen richtigen Weg konnte ich nicht mehr erkennen, eigentlich liefen wir einfach querfeldein durch den Regenwald. Das war schon auch sehr cool! Sowieso die Geräusche der Vögel und immer irgendwo ein Wasserrauschen… herrlich. Ich weiß nicht wie der geplante Weg gewesen wäre, aber wo wir liefen ging es oft ordentlich hoch und runter! Dass Upendra und Mutu uns hier gut durchführen war allerdings klar. Als wir wieder auf den geplanten Weg trafen gab es erstmal eine (verdiente ;-)) längere Essenspause und wir ließen uns das Lunchpaket schmecken, das wir morgens von der Familie mitbekommen hatten. Nach ca. 7 Stunden waren wir dann am Bus, der uns zur Kanu-Überfahrt zu den Baumhütten am See brachte. Erstmal schwimmen im See – wer wollte, schon vom Kanu aus oder, wie ich dann, später nach Ankunft vom Ufer aus. Das Wasser war sehr warm aber ich fands herrlich nach der Anstrengung des Tages. Es gab ein leckeres Abendessen u. a. ein 7-Gemüse-Curry, Hirsebällchen und Fladenbrot, später noch Lagerfeuer und eine Tanzvorführung, die uns alles Gute wünschen sollte, meine ich. Die Nacht in den Baumhütten verbringt man im Prinzip im Freien (mit Moskitonetz). Es mag zwar bequemer sein in einem Bett zu schlafen, aber ich fand die Geräusche der Nacht sehr interessant und das Erlebnis wirklich schön.
Hochland, Teeplantagen & Adam’s Peak – kulturelle Highlights Sri Lankas
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Kandy. Das Hotel dort stand im krassen Gegensatz zu den vorigen beiden Übernachtungen – fast schon surreal luxuriös nach den Tagen im Regenwald. War aber natürlich toll. Der Besuch des Zahntempels dort und ein Spaziergang durch das laute, menschenvolle Kandy folgten am späten Nachmittag und waren ebenfalls das krasse Gegenteil zu den Tagen davor. Aber alles hat ja etwas für sich und diese Abwechslung machte die Reise auch sehr vielfältig und interessant. Die freie Zeit tagsüber empfand ich als angenehm um sich von den doch etwas anstrengenden Wanderungen zu erholen.
Da die geplante Zugfahrt leider nicht möglich war weil der Zug nicht fahren konnte (ein Teil der Strecke wurde durch den schlimmen Zyklon Ende 2025 zerstört) fuhren wir am nächsten Tag mit unserem Bus durch das Gebiet der Hochland-Teeplantagen. Die längere Fahrt wurde verkürzt durch mehrere Stopps, wie zum Beispiel ein spontaner Essens-Stop bei einem Stand mit Maniok sowie ein Halt um das Wiegen der Säcke von einigen Teepflücker:innen mitzuerleben.
Am frühen Abend kamen wir am nächsten Hotel am Fuße des Adam‘s Peak (Sri Pada) an. Die Besteigung des Berges auf dem Pilgerweg mit seinen 5.500 Stufen inmitten von tausenden Pilgern ist ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde: Der anfangs gemächlichere und im Verlauf immer steiler werdende Aufstieg, die vielen Menschen jeglichen Alters, die zahlreichen Buden (oft mit Musikuntermalung) mit Essen, Schmuck, Spielzeug, sogar Fussmassage, etc. und nicht zu vergessen die sportliche Herausforderung. Der Moment den Sonnenaufgang oben dicht gedrängt inmitten von Einheimischen zu erleben, von denen die Meisten jetzt auch auf diesen Moment warteten, und überhaupt das Wissen Jeder hat es irgendwie bis hierher geschafft, schaffte irgendwie eine Verbundenheit. Der dann folgende Abstieg im angehenden Tageslicht bot eine der schönsten Aussichten, die man sich vorstellen kann. Es war ein ganz besonderes Erlebnis für mich. Mein Muskelkater am nächsten Tag allerdings auch…
Natur, Wildlife & Stranderholung – Vielfalt der Sri Lanka Rundreise
In den nächsten Tagen folgten noch zum Beispiel ein schöner Spaziergang durch die Natur bei dem wir unter Anderem zufällig zwei Kautschuk-Arbeiterinnen trafen, die uns von Ihrer Arbeit erzählten, die Besichtigung einer Teefabrik (was Upendra noch für uns organisieren konnte), die Übernachtung in einer kleinen Lodge die zur Vögelbeobachtung ideal war mit einer Tour dort durch den einzigartigen Sinharaja-Regenwald und letztendlich dann schon der letzte Tag in einem schönen Strandhotel.
Fazit: Aktivurlaub Sri Lanka – perfekte Mischung aus Abenteuer & Kultur
Es war eine Reise auf der wir viele Eindrücke sammeln und unterschiedliche Seiten von SriLanka kennenlernten konnten. Zum Beispiel habe ich so einige Pflanzen gesehen, von denen ich bisher nur die Früchte/das Produkt kannte (wie Mango, Jackfruit, Zimt, Pfeffer, Kaffee, Tee, Kautschuk, Rattan) und exotische Tiere wie Leguane, Tausendfüssler, Elefanten und Chamäleone. Die ersten Tage war mehr freie Zeit, später etwas weniger da wir dann immer nur 1 Übernachtung pro Unterkunft hatten. Das empfand ich zwar manchmal als etwas anstrengend weil man oft packen musste, aber dadurch haben wir viel gesehen und war deshalb doch in Ordnung so. Die Zeit im Bus konnte man ja auch ausruhen und wenn man durch diese tolle Landschaft gefahren wird, ist unter anderem ja auch der Weg das Ziel. Alle Unterkünfte haben sich große Mühe gegeben und wir hatten nach meinem Gusto überall ein (sehr) gutes Essen! Tatsächlich fand ich das SriLankische Essen in den kleinen homestays sogar am besten. Gute Hausmannskost eben. :-)
Ich fand die Reise war top organisiert. Upendra hat uns viele Hintergrundinfos gegeben sowie immer sehr gute Ausrüstungstipps. Er hat versucht jeden Extrawunsch möglich zu machen und hat sich super um uns alle gekümmert. Ebenso die beiden Fahrer waren sehr gute Reisebegleiter. Dort Auto zu fahren - geschweige denn einen Bus - ist sowieso eine Kunst für sich.
Ich kann empfehlen sich an die Ausrüstungstipps und Mitnahmeempfehlungen in der Ausschreibung zu halten, es ist schon sehr durchdacht. Was ich tatsächlich nicht gebraucht hatte sind Regenhose und Fernglas. Blutegelsocken hatte ich keine und habs so riskiert – wer wagt gewinnt. Allerdings hatten so einige meiner Mitreisenden mit mehr Blutegel-„Angriffen" zu kämpfen (Grüssle an euch Alle, wenn ihr hier lest :-)). Sehr oft zum Einsatz kamen die Flipflops (praktisch, da leicht und abwaschbar) und froh war ich auch über meine wasserdichten Wanderschuhe. Und ich meine man sollte schon einigermaßen gute Fitness mitbringen.
Es war toll dies alles erleben zu dürfen – mit einer wunderbaren Gruppe und einem tollen Reiseleiter, der mir das Land, die Kultur und die Menschen wirklich näher gebracht hat. Herzlichen Dank! Ayubovan!
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