Reisebericht: Sportclub Sarti-Beach
Ankunft in Thessaloniki am 2. Mai vormittags: Ist das kalt hier! Es war zu kalt für Griechenland, nämlich 12 Grad. Auf der zweistündigen Busfahrt konnte man sich aber gut (und oft schlafend) aufwärmen.
„Willkommen, erster Froschgast der Saison“
So schallte es dem Ersten, der aus dem Bus stieg entgegen. Tanja und Hannes begrüßten uns, wir erhielten die wichtigsten Hinweise sofort und konnten dann gleich unsere Zimmer beziehen. Auch auf den Zimmern war es richtig kalt, aber man konnte ja schließlich die Fernbedienung der Klimaanlage mieten, die auch als Heizung funktionierte. Das taten dann einige. Der Samstag verlief ruhig, einige erkundeten den Ort. An der Beachbar gab es Diverses zu essen, Getränke natürlich auch. Und abends dann das leckere griechische Buffett, launig vorgestellt von der Küchenchefin auf Englisch-Deutsch.
Am Sonntag war eine kleinere Wanderung durch den Ort und zu einem nahegelegenen Kloster angesagt. Unser Guide Tanja beeindruckte durch ihre Kenntnisse in der lokalen Geschichte. Wir erfuhren so einiges über Sarti und auch den Berg Athos gegenüber, der ausschließlich von Mönchen bewohnt wird, die allesamt Vegetarier sind. Frauen – verboten! Noch nicht einmal weibliche Tiere sind erlaubt – Ausnahme Hühner. Deren Eigelb brauchen die Mönche für ihre Ikonenmalerei. Naheliegende Frage: Sterben die Hühner dann eines natürlichen Todes? Die Biker hatten ihre Bike-Einweisung.
Felsenkletterei
Am Montag dann endlich die erste richtige Wanderung („leicht“). Der Bus brachte uns zum Start, dann ging es entweder über Felsen oder über einen Ziegenpfad (=ein ungefähr 30 cm breiter „Pfad“), dabei musste man aber auch manchmal Felsen überwinden. Das klappte gut, auch dank des gegenseitigen „Händchenhaltens“. Viele halfen einander gegenseitig hoch und z.T. auch runter. Dann blickten wir auf eine wunderschöne Bucht, die wir aber auch noch komplett, z.T. durch den Sand ablaufen mussten, bis wir zur Taverne „5 Steps“ gelangten. Hier schmeckten die Tapas einfach umwerfend gut. Der Bus brachte uns zurück zum Hotel, was sehr angenehm war.
Wie an jedem Tag konnte man dann noch Beachvolleyball spielen oder an einem Fitnesstraining teilnehmen. Auch nach dem Abendessen gab es immer ein Programm. Ich habe es meist bei der Wanderung belassen und war noch ein wenig schwimmen.
Kayaking
Endlich warmes Wetter am Dienstag, so dass wir wirklich kayaken konnten. Wir waren nur zu viert, je zu zweit in einem Boot. Das Meer lag platt vor uns, unsere Guides Tanja und Hannes legten einen guten Schlag vor und wir taten dasselbe. Es war wunderschön, die Felsen vom Wasser aus zu sehen. Das Wasser glitzerte und war glasklar. Tanja führte uns in eine Fledermaushöhle, wir musste durch einen Felstorbogen, der gerade mal so für ein Boot passte, fahren und auch mal eine enge Kehre machen. Es hat total Spaß gemacht. Für mich hat es nicht zuletzt daran gelegen, dass meine Mitstreiterin im Boot auch ziemlich erfahren war und wir ohne Worte durch die schwierigeren Stellen kamen. Kayaking haben wir bei auf der Hamburger Alster praktiziert. Da gibt’s zwar keine Felsen, aber das verbindet.
An einem Flussbett wandern
Die schwierigste Wanderung am Mittwoch, 17 km („langer Anstieg, an dem man nicht wirklich umkehren kann“) hatte ich ausgelassen. Stattdessen waren für mich Strandspaziergang, schwimmen, chillen und lesen angesagt.
Am Donnerstag hieß es, im Wesentlichen an einem Flussbett zu wandern. Dies sollte mittelschwer sein, war aber nur mit 5,5, km ausgeschrieben. Wir gingen ins Hinterland und waren nach ca. 45 Minuten am Flussbett. Hier mussten wir wieder über Felsen klettern und am Flüsschen von Stein zu Stein gehen (oder mal ins seichte Wasser tapsen). Das war schon anspruchsvoller. Aber es hat großen Spaß gemacht und war gruppendynamisch sehr wertvoll. Insbesondere ein Teilnehmer ging leichtfüßig und sicher von Stein zu Stein, bot allen seine Hand an. Die Damen waren überwiegend glücklich darüber, die Herren wollten nicht mit ihm Händchenhalten. Eine zierliche, schlanke Teilnehmerin sprang wie eine Katze auf Felsen, brachte sich in eine stabile Position und zog mit beiden Armen andere hoch! Merke: Unterschätze niemals die Kraft der zierlichen, schlanken Sportlerinnen. Erwartungsgemäß war ich hinterher schön geschafft – und glücklich.
Griechisch-Schnupperkurs: mehr als Kalimeira!
An diesem Nachmittag wurde auch ein Griechisch-Schnupperkurs angeboten, der sich einer großen Teilnehmerzahl erfreute. Lea, die demnächst ihre B2-Prüfung in Griechisch ablegt (A1 – Anfänger, C2: Muttersprachler), hatte uns mit einer Kaffee-Degustation in die griechische Sprache eingeführt. Didaktisch gelungen und welch gute Idee! Anregung: Könnte man z.B. auch in Italien oder einfach überall machen!
Abschlusswanderung
Am Freitag stand eine 10-km-Wanderung („mittelschwer“) an. Kaum Felsen, aber es ging bergan und geradeaus, durch Gestrüpp (durch das vorher von Frosch ein Pfad geschlagen worden war) und auch am Strand entlang. Wie gut, dass wir schon trainiert waren! Diese Wanderung war der krönende Abschluss für mich und nicht nur für mich, vor allem durch wunderschöne Ausblicke auf das Meer.
Und sonst?
Das Essen war immer sehr lecker und sehr liebevoll vorgestellt von der Küchenchefin! Die Guides/Teamer waren einfach großartig, sehr hilfsbereit, vor allem kundig und sorgten dafür, dass es uns gut ging und wir Spaß hatten. Es war insgesamt zu kalt für Griechenland, aber auf das Wetter hat man nunmal keinen Einfluss. Die Wanderungen haben mir sehr gut gefallen, vielleicht war aber das Kayaken doch das Beste für mich: Sonne, glitzerndes, klares Wasser und die Möglichkeit die Landschaft von der Wasserseite aus sehen.
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