Reisebericht Kampanien – 09.07.2016 – 23.07.2016 (Familienreise)
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Eine Perle, die gepflegt werden muss

Im Sommer 2013 sind wir das erste Mal mit Frosch in den Sommerurlaub gestartet, damals war es Kampanien und gleich als wir zurück waren mussten die Eindrücke und Bilder in einem Reisebericht festgehalten werden.

In den Jahren darauf folgten Familienreisen nach Sarti, Korfu, eine Familiensegelwoche und Skifahren in Crans-Montana. Und weil wir so sehr von Kampanien 2013 geschwärmt hatten wurde mit zwei Familien, die wir in Sarti kennengelernt hatten, Kampanien 2016 erneut gebucht.

Und jetzt sitzen wir im Lido Il Tempio am Strand, warten auf den Bus zurück zum Flughafen in Neapel, genießen die herrliche Aussicht auf das heute spiegelglatte Meer, die Taschen sind gepackt, Handtücher sollen auch nicht mehr nass werden und so bietet es sich geradezu an, jetzt den zweiten Reisebericht zu schreiben. Die Erinnerungen sind noch frisch. Und es muss etwas geschrieben werden.

Natürlich stellt man bei der zweiten Reise zum selben Ziel Vergleiche an. Was hat sich geändert? Was ist besser, was weniger, doch der Reihe nach…

Wir hatten wieder Zimmer mit Meerblick und Terrasse im Erdgeschoß gebucht und damit perfekt kurze Wege zwischen Hotel, Strand, Volleyballfeld, Wassersportstation, Bike Station und Pool. Nirgendwo bei Frosch liegen die Stationen so dicht beieinander. Alles im Umkreis von 30m. Da stört es nicht, wenn einmal etwas vergessen wurde. Man geht gerne zweimal, schon um die Palmen in der Hotelanlage zu genießen. Eine echte Perle halt dieses Ziel….

Alte Gesichter

Schon bei der Ankunft mit dem Bus wurden wir von Bikerin Janine begrüßt: „Euch kenne ich, ihr wart schon mal hier“. Sie war ein bekanntes Teamergesicht aus 2013, genau wie David von Blue Soul, der Wassersport- und Ausflugskooperationspartner von Frosch hier in Kampanien. Bei David hatten wir damals unsere Kat-Schein gemacht, und auch er freute sich auf ein Wiedersehen.
Und dann war natürlich auch noch Luca da, der Barkeeper im Il Tempio. Auch er erkannte uns sofort wieder. Fast schon als ob man nach Hause kommt.

Jetzt waren wir natürlich gespannt auf das, was uns noch von damals in Erinnerung war.

Das Frühstück

Hier wurde auf die Kritiken gehört, denn den ungenießbaren Kaffee gab es nicht mehr. Ein Kaffeevollautomat leistet gute Dinge und brachte einen für Froschhotels durchaus vernünftigen Kaffee zu Tage. Man brauchte nicht mehr bei Luca einen Latte oder Cappo an der Bar bestellen. Auch sonst ist das Frühstück Klasse. Bei dem Ausblick auf Pool und Meer bei strahlend blauem Himmel beginnt jeder Tag perfekt. Die Zeit ist allerdings von 8.00 – 9.30h begrenzt. Da zahlreiche Aktivitäten schon teilweise um 7h, 8h oder 9.30h begannen, entzerrte sich das Frühstück etwas und fast jeder kam in den Genuss eines Terrassenplatzes im Freien. Hier könnte man durch eine zeitliche Aufweitung des Frühstücks den Froschgästen noch etwas entgegenkommen. Jaja der Italiener braucht morgens nur ein Croissant und einen Cappuccino, dafür reichen dann auch 1,5h, aber wenn 145 Froschgäste das Hotel quasi komplett belegen könnte man auch hier etwas mehr einfordern gegenüber dem Hotel.

Die Ausflüge

Hier gesellte sich zu Altbewährtem das ein oder andere passende Neue. Jeden Abend umwarb Blue Soulerin Simona Ausflüge nach Pompei, Vesuv, die Amalfiküste oder auch ins Hinterland des Cilento zu Bio-Büffelfarmen mit Mozzarella Verköstigung. Mit ihrem österreichischen Akzent und einem liebenswerten natürlichen Charme erntete sie als einzige allabendlich Szenenapplaus.
Was die passenden Worte so alles bewirken können.
Von Frosch gab es Neues wie die Canyoning Tour. Bei der wird nach 2h Busfahrt und einem ¾ stündlichen Aufstieg 4 Stunden lang durch 8 Grad kaltes Wasser in Trockenanzügen (wenn sie passen und dicht sind…) den Fluss hinunter gerutscht, getrieben, von Klippen gesprungen oder auf warmen Steinen gekraxelt. Angenehm, da die Hände doch schon mal kalt werden.
Absolut empfehlenswert. Aber bitte auf die Hinweise „erst ab 12 Jahre“ unbedingt achten. Ein zu kleines Kind friert einfach nur noch, da der Neopren zu groß und zu viel Wasser immer wieder in Ärmel oder Bein hineinläuft. Wenn so ein Knirps dann 4 Stunden mit den Lippen schlottern muss hat man Mitleid.
Tipp: Wenn vorhanden Segelhandschuhe oder Biker-Handschuhe mitnehmen. Die wärmen zwar nicht, man greift aber automatisch beherzter zu, wenn man sich auf den Steinen abstützt.

Wir haben noch eine private Führung durch einen Bio-Olivenhain mit anschließender Verköstigung im Nachbarort Ascea bei Franco Parazzo gemacht. Super interessant, er holt die Gäste direkt vom Hotel nach Absprache ab. Für 15 EUR (pro Erwachsener, Kinder bis 16 Jahre zahlen nichts) geht es dann eine gute Stunde in einen Olivenhain und man erfährt auf Deutsch eine Menge Interessantes rund um den Bio-Olivenanbau und die Produktion. Dazu gibt es dann noch 0,75l Olivenöl und einen halben Liter Limoncello dazu (für die nichtzahlenden Kinder natürlich nicht).

Die Radtouren

Da wir insgesamt über 140 Frösche waren, gab es im Vergleich zu 2013 (110 Frösche) entsprechend mehr Fahrräder. Das war schon mal positiv. Aber aufgrund der Gesetzeslage in Italien dürfen Fahrradgruppen mit einem Leiter nicht größer als 15 Personen sein. Das heißt es konnten nur ca. 10% der Gäste an einer Fahrradtour teilnehmen. Liebe Frosch Planer: Das geht gar nicht!
Da muss ein zweiter fester Biker her (zumindest wenn man 145 zahlende Gäste in der Anlage während der Familienwochen hat). Mit einem zweiten Biker kann man dann z.B. auch die Gruppen leistungsmäßig aufteilen. Die Cracks können in einer eigenen Gruppe mit Janine fahren und der ein oder andere „Genuss Fahrer“ kann sich dann auch über einen Bikeguide freuen, der sich auch um die langsameren Radler kümmert. Denn Geschwindigkeit ist hier nicht das Ziel. Familienreisen haben andere Ansprüche als z.B. die Biker Wochen. Hier muss mehr auf die Gäste eingegangen werden. Einige Frösche hatten sich auch schon auf die Hike and Bike Tour mit ein wenig Bergauf wandern und nur Bergab radeln gefreut. Diese stand aber nur in der Vorschau für die zweite Woche am Samstag, auf die notwendige Anmeldung wurde in den abendlichen Ansprachen nicht hingewiesen und so fiel diese dann auch aufgrund fehlender rechtzeitiger Anmeldungen aus. Planung sieht anders aus.

Der Wassersport

Alles sehr gut organisiert von Blue Soul. Da könnte der ein oder andere Frosch Teamer mal in die Schule gehen. Schnuppertauchen mit Flasche im Pool für 10 EUR. Wo gibt es so was schon? Dann zusammen in der Gruppe auf 6 bzw. 12m im Meer und ein Ausflug zur blauen Grotte mit den Schnorchlern. Allein die rasante Fahrt mit den Schlauchbooten zur Grotte war ein Heidenspaß.
Das Team rund um David, Richie, Aram und Co. war auch stets zu Diensten, wenn ein Katamaran mal wieder auf- oder ab geriggt werden musste.
Einziger Wermutstropfen: Wir hatten uns schon super auf die feierliche Zeremonie mit Verleihung der Cat-, Surf- und Tauchlizenzen gefreut. Die scheiterte angeblich aber an der fehlenden Organisation und Verkleidung der Kinderteamer….schade. Da sind wir aus 2013 und auch aus Korfu und Sarti bühnenreife Vorstellungen gewohnt. Da muss wieder dran gearbeitet werden.

Das Abendessen

Kommen wir zum negativen Höhepunkt. Hier trafen Öl und Feuer in Form von Hotel und Froschstationsleitung aufeinander.
In 2013 genossen wir es noch von den Kellnern bis auf den Salat alle Gänge eingedeckt zu bekommen (damals 110 Gäste in 1,5h). Diese Freude wurde leider durch ein chaotisch organisiertes Buffet jäh zerstört. Hinzu kam die aus unerklärlichem Grund vor dem Essen stattfindende allabendliche Infoansprache. Diese wurde nicht wie in allen anderen Froschstationen nach dem Essen und vor dem Nachtisch durchgeführt, sondern eben als Auftaktveranstaltung quasi für den Startschuss zum Buffetrennen…

Die Folgen kann man sich vorstellen: Das Essen am Buffet wurde während der Ansprache entweder noch aufgebaut oder schon kalt. So richtig vorbereitet war das Hotel auf ein Buffet ebenfalls nicht. Von Warmhalteplatten keine Spur. Unruhige Kinder warteten ungeduldig auf den „Startschuss“ zum Essen, der dann so gegen 20.15h fiel. Was dann passierte hatte mit italienischer Esskultur rein gar nichts mehr zu tun und man wurde an dunkle Vorzeiten der All-Inclusive Billigreisen erinnert. Einfach nur noch schrecklich und total unentspannt.
In der zweiten Woche wurde es durch ein paar Wärmelampen rudimentär besser. Das Hotel versuchte noch durch eine Umstellung des Buffets etwas Besserung zu schaffen. Aber es blieb beim Versuch.
Zudem ist die Akustik des Speisesaales nicht 60 Kinder- und 85 Erwachsenenstimmen gewachsen. Der Lärmpegel ist damit wenig entspannend. Auch hier liebe Frosch Planer solltet/müsst ihr euch etwas einfallen lassen. Angeblich kommt der Wunsch nach dem Buffet von höchster Froschstelle. Das wäre schade. Man kann das Essen in den Familienwochen sicher auch anders organisieren wenn schon ein Eindecken für alle nicht möglich ist. Vielleicht ein separates Kinderbuffet vorweg oder eingedeckte Vorspeisen, alles machbar, aber bitte nicht so wie wir es erlebt haben. Hier gibt es genügend Möglichkeiten, für die sich aber von der Frosch Teamleitung vor Ort niemand so recht interessierte. Antworten wie „Das sei die Sache des Hotels“, oder „Das ist von Frosch so vorgegeben, da kann ich nichts machen“ sind kein Zeichen von Engagement für das Wohl der Gäste. Die Kommunikation zwischen Hotel und Frosch vor Ort konnte auch nicht als besonders harmonisch diesbezüglich bezeichnet werden.

Die Abendveranstaltungen

Auch hier haben wir die lenkenden Hände von Destinationsleiterin Nina aus 2013 schmerzlich vermisst. Die Musikanlage in Form von 2 Aktivboxen im Lido war plärrend und klirrend. Da war jeder „Brüllwürfel“ der Jugendlichen klanglich um Welten besser. So kam wenig Stimmung auf, die abendlichen Spiele und Aktivitäten wirkten eher spontan und wenig organisiert oder abgestimmt.
Leider war auch die Rock Bar im Ort zum üblichen Donnerstagabendtermin gänzlich leer. Livemusik gab es im Juli nicht mehr, schade, dafür kann Frosch natürlich nichts, aber man könnte dann ja für den Donnerstag eine Alternative einplanen.
Gerne hätte man abends dafür dann einmal den Hotelpool oder die Terrasse mit einbinden können.

Auch die „Kennenlernspiele“ wurden nicht gleich am ersten oder zweiten Abend wie sonst üblich unternommen. Gleiches galt für die Frosch Olympiade, die am Donnerstag der zweiten Woche stattfand, also als sich bereits alle kannten. Alles für sich nur Kleinigkeiten, aber die Summe gibt dann den Ausschlag.

Freundlichkeit

Wenn einem Teamer auf der Straße, dem Weg im Garten oder im Flur im Hotel entgegenkommen und ein freundliches Grüßen nicht bei jedem erwidert wird, stimmt etwas mit der Einstellung nicht. Hier muss man aber zwischen Blue Soul und Frosch unterscheiden. Die Wassersportler waren da immer gut drauf und für einen kecken Spruch zu haben. Bei Frosch fehlte es an dieser „Herzlichkeit“ zum Teil.

Duschzimmer...

…gibt es in vielen Frosch eigenen Hotels, aber nicht im Il Tempio. Für Spätabreisende eine lohnenswerte Einrichtung über die man nachdenken könnte.

Zu Allerletzt

Kampanien mit dem Cilento ist wunderwunderschön. Dieser Spot ist bislang noch durch keine andere Froschdestination getoppt worden. Das Hotel Il Tempio ist eine Perle.

Aber aufgepasst Frosch: Auch Perlen müssen gepflegt werden!

Die Destinationsleitung hier ist zu Zeiten der Familienreisen mit 140 und mehr Fröschen eine sehr wichtige Aufgabe und kann maximal noch parallel zum Wandern durchgeführt werden. Aber eben nicht noch als Nebenjob zum Biken, was bei 145 Gästen mit nur einem Vollbiker plus einem Teilzeitallrounder schon unterbesetzt ist. Wir hoffen nicht, dass diese Rolle aus Kostengründen entfallen ist. Das Froschteam wirkte anders als die Blue Souler wenig harmonisch, irgendwie zusammengewürfelt. Die Wanderführerin reiste einen Tag vor Ende der 2. Woche ab. Alles Zeichen dafür sich Gedanken zu machen.

Wir sind nach 2013 noch einmal nach Kampanien gekommen weil es uns damals so gut gefallen hat – insbesondere die Herzlichkeit, die von allen Teamern damals ausgestrahlt wurde.
Wäre diese Reise unsere erste gewesen, wir wären nicht noch einmal gekommen.

Frosch, bitte dringend Schmuckpflege betreiben. Noch ist die Perle nicht in den Brunnen gefallen, sie soll bitte noch für viele Kaulquappen und Nachwuchsfrösche glänzen.

Viele Grüße
Familie Lingner

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