Reisebericht: Wanderreise auf den Kapverden
Nachdem ich bereits mehrmals auf den Kanaren sowie auf Madeira gewandert bin, entschloss ich mich diesmal auf die Kapverden zu reisen. Mein Ziel war, bei angenehmen Temperaturen anspruchsvolle Wandertouren mit einer sympathischen Gruppe in einem interessanten Land und einer schönen Umgebung zu absolvieren. Die Kurzfassung des Reiseberichtes lautet: Dies ist mir gelungen. Hier kommt die Langfassung:
Die Anreise
Auf die Kapverden gelangt man von Deutschland mit der portugiesischen Airline TAP und einer Zwischenlandung in Lissabon. Bei meinem Urlaub war dies auch mit einer Übernachtung in einem Flughafenhotel verbunden, das aber glücklicherweise zu Fuß keine fünf Minuten vom Terminal entfernt war. Wie von Frosch empfohlen, hatte ich meinem Koffer in Frankfurt bis zum Endziel Kapverden aufgegeben und schlenderte so nur mit meinem Wanderrucksack zur Unterkunft.
Am frühen Morgen ging es dann nach dem Frühstück sogleich weiter nach Sao Vicente, einer der nördlichen kapverdischen Inseln. Deren quirlige Hauptstadt Mindelo verfügt über einen (sehr kleinen) internationalen Flughafen. Ankunft war gegen Mittag, nach dem Empfang durch die Reiseleiterin am Flughafen folgten das Einchecken in einem zentral gelegenen Hotel und eine kleine Stadtführung. Da Karnevalszeit war, gab es auch gleich was zu gucken.
Die Wandergruppe
Meine Gruppe bestand aus elf Personen (zwei Ehepaare und ein Freundespaar, ansonsten Alleinreisende), die „froschtypisch“ waren: sportlich, wandererfahren und gesellig. Hinzu kam die Reiseleiterin, eine super sympathische und kompetente Halbbrasilianerin, die in Deutschland studiert hatte und jetzt auf den Kapverden lebt. Zudem begleiteten uns auf den Wandertouren häufig wechselnde einheimische Guides, die alle gut Englisch sprachen und teilweise sogar etwas Deutsch konnten, was zu lustigen Sprachkombinationen führte („very Aufstieg today“). Durch die einheimischen Guides erfuhr man viel über Flora und Fauna sowie Land und Leute auf den Kapverden. Zudem sind sie für einige Wandertouren durch Nationalparks wohl auch vorgeschrieben.
Die Reiseroute: Inselhopping auf den Kapverden
Während der Wanderreise hält man sich auf insgesamt drei kapverdischen Inseln auf. Nach einer Übernachtung auf der „Ankunftsinsel“ Sao Vicente ging es am nächsten Morgen mit der Fähre zur „Wanderinsel“ Santo Antao, wo wir gegen Mittag ankamen. Nach fünf Übernachtungen an unterschiedlichen Orten ging es zurück nach Sao Vicente und von dort mit dem Flugzeug nach Santiago, der „Hauptinsel“ der Kapverden. Dort blieben wir zwei Nächte in einem schönen kleinen Küstenstädtchen mit einem hübschen Sandstrand (Tarrafal), um danach nach Fogo zu fliegen. Dort folgten drei Übernachtungen und eine Vulkanbesteigung, bevor wir nach Santiago zurückkehrten und dort noch zwei Tage in der kapverdischen Hauptstadt Praia verbrachten, von wo aus der Flug zurück über Lissabon nach Deutschland erfolgte.
Anspruchsvolle Wanderungen durch spektakuläre Landschaften
Die Wanderungen waren ganz überwiegend anspruchsvoll und erforderten eine gute Kondition sowie Trittsicherheit. Aufbruch war meistens zwischen 8.00–9.00 Uhr, Rückkehr überwiegend zwischen 15.00–17.00 Uhr.
Allerdings wurde nicht die gesamte Zeit gewandert, sondern es gab häufiger An- und Abfahrten mit dem jeweiligen Tourbus, meistens zwischen 20–30 Minuten. Mittags gab es zudem immer eine längere Pause, manchmal wurden dann die von der Unterkunft am Morgen bereit gestellten Lunchpakete verspeist, doch an einigen Tagen kehrte die Gruppe auch in ländlich gelegenen Gasthöfen ein, was mir besonders gut gefallen hat. Dort gab es immer leckere kapverdische Gerichte und eine herzliche Atmosphäre.
Die Wandergebiete unterschieden sich, teilweise ging es auf alten Eselpfaden an der Küste entlang mit schönen Ausblicken auf den Atlantik. Doch meistens war die Gruppe im Landesinneren unterwegs, häufig auf kleinen Feld- oder Wanderwegen, teilweise mit Kopfsteinpflaster oder Schotter als Untergrund. Die Wanderungen gingen manchmal durch landwirtschaftliche Flächen, etwa mit Mango- oder Kaffeeplantagen aber auch durch größere Wälder und durch Nationalparks mit einer besonders schützenswerten Pflanzenwelt. Auf allen Touren gab es tolle Ausblicke und interessante Einblicke in das kapverdische Leben.
Am drittletzten Tag des Urlaubes galt es dann den fast 3.000 Meter hohen Vulkan Pico do Foto zu erklimmen. Dafür startete die Gruppe bereits um 6.30 Uhr, um gegen Mittag gemeinsam auf dem Gipfel zu stehen. Außer einer guten Kondition und Trittsicherheit war hier auch Schwindelfreiheit gefragt, doch das war für niemanden ein Problem.
Die Unterkünfte
Bei der Wanderreise auf den Kapverden handelt es sich um eine Trekkingtour. Dies bedeutet, dass man alle ein bis zwei Nächte die Unterkunft wechselt, wobei sich die Hotels und Pensionen deutlich unterschieden. Es gab zentral gelegene super neue City-Hotels, teilweise mit Swimmingpool und einer schicken Poolbar, aber auch eher einfache ländliche Pensionen. Das Frühstück in den Unterkünften divergierte ebenfalls stark. Gut fand ich das regelmäßig sehr große Obstangebot (Papayas, Mangos, Bananen und Guaven), aber deutsche Vollkornbrötchen sollte man nicht erwarten.
Der Transport der Koffer zu den Unterkünften war gut organisiert. Häufig wurden diesen in dem geräumigen Tourbus mitgenommen, manchmal auch in einem extra Fahrzeug transportiert und standen dann bei Ankunft unserer Gruppe bereits in der neuen Unterkunft.
Land und Leute
Die Kapverden sind ein afrikanisches Land und unterscheiden sich dadurch deutlich von den Kanaren und Madeira. Zwar ist Portugiesisch die offizielle Amtssprache, doch die Menschen auf der Straße sprechen Kreol, eine Mischung aus portugiesisch, französisch und verschiedenen afrikanischen Sprachen. Das Land ist zudem deutlich weniger entwickelt als zum Beispiel die Kanaren und dadurch noch ursprünglicher, wohl auch weil es sehr viel weniger Touristen anzieht, als etwa Teneriffa oder Gran Canaria.
Wenn man über die afrikanischen Märkte und Basare schlendert oder den Fischern zuschaut, hat man das Gefühl stärker in das Land einzutauchen als auf den teilweise sehr touristisch geprägten Kanaren. Gleichzeitig macht die Ursprünglichkeit das Reisen aber auch komplizierter und ein wenig unkomfortabler. So sprechen viele Menschen auf den Kapverden kein oder nur sehr schlechtes Englisch, ab und zu fällt für einige Stunden der Strom und damit auch das Licht und das Internet aus oder die Dusche in der Pension bleibt dauerhaft kalt oder wird zumindest nicht richtig heiß.
Die Bargeldversorgung
Auf den Kapverden kann man an vielen Orten nicht mit Kredit- und schon gar nicht mit EC-Karte zahlen. Zudem gibt es nur sehr wenige Wechselstuben und man darf die einheimische Währung (Escudos) weder ein- noch ausführen. Sinnvoll ist es daher, mit genügend Euros in möglichst kleinen Scheinen einzureisen. Damit kann man an fast allen Orten zahlen und erhält das Wechselgeld zu einem festgelegten Wechselkurs (1 Euro = 110 Escudos) in einheimischer Währung zurück. Kleine Euro Scheine sind wichtig, weil gerade die örtlichen Mini-Mercados häufig über nicht allzu viel Wechselgeld verfügen und die Kassiererin durchaus mal nein sagt, wenn man eine Flasche Wasser mit einem 50-Euro-Schein bezahlen will. Abseits dieser Problematik werden Euro Scheine aber gerne und wie selbstverständlich genommen. Münzen werden hingegen abgelehnt, anscheinend lassen sich diese auf den Kapverden nicht in die heimische Währung umtauschen.
Die Quintessenz
Insgesamt ist die Wanderreise auf den Kapverden ein guter Urlaub für ambitioniertere und erfahrene Wanderer, die dem deutschen Winter entfliehen wollen. Wer weniger Wert auf durchgehend schicke Unterkünfte legt, sondern mehr auf die Ursprünglichkeit eines Landes, wird auf den Kapverden einen tollen Urlaub verbringen.
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