Reisebericht Portugal, Costa Verde Juli 2022
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Wir flogen in diesem Jahr von Mitte bis Ende Juli an die Costa Verde – eine Frosch-Reise, die von Team3 durchgeführt wird und auf den ersten Blick etwas unscheinbarer wirkt als viele andere Familienreisen. Wir waren schon an vielen Orten und haben nach einem neuen Ziel für uns und unseren 8-jährigen Sohn gesucht. Nach vielen sehr heißen Sommern freuten wir uns auf eine nicht ganz so heiße Region, auch wenn auch diese Destination nicht vor der Waldbrandgefahr gefeit ist.

Wir flogen mit Lufthansa von Frankfurt nach Porto, und entgegen aller Negativmeldungen zum Flugmarkt hatten wir selten eine geschmeidigere Reise als diese. In Frankfurt gibt es oben am ICE Bahnhof eine elektronische Gepäckaufgabe, so dass man danach ohne Gepäck gut weiter kommt. Auch durch die Security waren wir schnell durch. Auf der Rückreise lief alles ebenfalls glatt – Porto ist ein überschaubarer, gut organisierter Flughafen. Da wir die einzigen Gäste von/ nach Frankfurt waren, wurden wir mit einem PKW abgeholt und waren nach nur 50 Minuten schon im Familien-Sporthotel angekommen und wurden freundlich von Fiete in Empfang genommen und herum geführt.

Das Hotel „Aldeamento Turistico“

Das Hotel liegt zwischen dem vom Strand von Moledo (1,5 km) und Caminha (3 km). Es hat ein Haupthaus mit Zimmern, sowie einige Appartements in etwas Abstand zum Haupthaus. Das Hotel war sehr gepflegt und sauber, immer waren die Reinigungsfeen unterwegs und kümmerten sich darum, dass es auch so blieb.

Im Haus gab es einen Speisesaal oben, unten befand sich die Bar mit Außenterrasse auf Poolseite. Der Pool ist groß und hat eine Erhöhung, die ideal als Sprungbrett von den Kindern genutzt wurde. Auch dort ist ein kleiner Platz mit Basketballkorb, sowie eine Picknickwiese mit angrenzendem Außengrill.

Auf der Frontseite des Hotels befand sich eine große Wiese mit Volleyballfeld (neben dem Pony), sowie ein Tennis-/ Fußballplatz.

Wir hatten ein Dreibettzimmer im Haupthaus im obersten Stock. Das Zimmer war groß genug für uns drei. Neben den Betten gab es einen Tisch mit Stühlen und einen sehr großen Wandschrank (mit Platzpotential für einen kleinen Kühlschrank!). Im Schrank gab es leider keine Regalbretter, so dass wir etwas kreativ werden mussten, um all unsere Wäsche unterzubringen. Ein paar zusätzliche Wandhaken wären schön gewesen – es gäbe auch ausreichend Platz, um diese noch sinnvoll anzubringen.

Das Bad hatte ein Fenster nach draußen, so dass man gut lüften konnte. Es war klein, aber man konnte alles prima verstauen, und es war auch genug Platz für alle Handtücher. Was leider überall fehlte, waren Möglichkeiten zum Wäsche trocknen. Wir haben einen Gemeinschaftsständer mitgenutzt – für die Appartements wäre es sinnvoll eine Wäscheleine einzupacken.

Das Essen

Im Hotel gibt es jeden Tag Frühstücksbuffet und 5x Abendessen. Das Frühstücksbuffet ist sehr schlicht und eigentlich wäre es schön, wenn es statt des schlichten Versuchs ein deutsches Frühstück zu zaubern ein schlichtes, aber frisches, portugiesisches Frühstück gäbe. Das betrifft auch den Kaffee…

Das Abendessen war typisch portugiesische Hausmannskost, einen Abend gab es Grillbuffet. Nichts Besonderes, aber wir mochten das Essen sehr gern. Schön wäre gewesen, wenn es in der 2. Woche nicht das Gleiche gegeben hätte wie in der ersten.

Das Wetter

Die Costa Verde macht ihrem Namen alle Ehre: Es ist überall grün, nachts wird es oft kühl, tagsüber ist es schön warm/ heiß (manchmal aber nur in der Sonne) und optimal, um Sport zu treiben. Es ist sinnvoll immer Jäckchen dabei zu haben, weil der Wind oft bläst und es einem verschwitzt dann leicht kühl wird.

Das Programm

Mountainbiken

Sonntags fand die übliche Einführungsrunde statt, die für jeden gut machbar war und einen super Überblick über die Gegend gab und ein leckeres Eis von Bruno hervor brachte :)

Dienstags fuhren wir ins 15 km entfernte Cerveira entlang des Flusses Minho. Es war eine sehr flache, schöne Tour mit ordentlich Gegenwind auf dem Rückweg – der Nortada erwartete einen eigentlich immer am Nachmittag.

Auch mittwochs ging es wieder aufs Rad, und zwar die Küste entlang in Richtung Süden. Ein herrlich rauer Weg, über und an Flüssen vorbei, teilweise durch den Wald, teilweise mit sandigen Single Trails und einem kleinen knackigen Aufstieg zum Leuchtturm. Eine wunderschöne Tour mit einer Führung in dem sehr gut erhaltenen Farrol und einer sehr leckeren Einkehr zum krönenden Ende (Muscheln, Kuchen).

Mein Mann machte am Mittwoch der folgenden Woche die Hausberg-Tour mit, die dann auch mit Höhenmetern aufwarten konnte, und unglaublich schöne Ausblicke zu bieten hatte.

Tags drauf war die Cerveira Panoramica-Tour geplant, die mangels Anmeldungen jedoch spontan für uns zu einer Familien-Radtour umgewandelt wurde, da es im Sportclub 2 Kinder-Mountainbikes gibt (Danke, Ally :)). Wir fuhren nach Ancora und machten viele Stopps bei kleinen Kirchen, Tieren am Wegesrand und zum Snacken. Ein idealer Ausflug für einen zuweilen nebeligen Tag.

Der einzige Wehmutstropfen beim Biken war, dass die Mountainbikes schon etwas älter sind - zwar im perfekten Pflegezustand - aber man merkt es leider doch. Fahren ohne Radlerhose ist nicht empfohlen.

Wandern

Die Wanderungen an der Costa Verde waren unfassbar schön. Montags ging es zunächst via Caminha mit dem Wassertaxi über den Minho hinaus auf den Santa Tecla in Spanien. Der Weg ist sehr kurzweilig und die Ausblicke von oben atemberaubend. Nach einer Einkehr auf dem Gipfel ging es auf anderen Pfaden zurück, und aufgrund der Gezeiten mussten wir noch einen Umweg laufen, damit uns das Wassertaxi wieder abholen konnte. Die insg. 16 km haben sich wirklich gelohnt!

Donnerstags gab es die große Familienwanderung zum Pico Wasserfall, die für kraxelerfahrene Kinder ab 8 Jahren möglich war. Per kurzem Transfer (20 Euro, die sich lohnen!) wurden wir am Fuße der Serra da Arga abgesetzt und erreichten schnell den Wald. Auf insg. 6 km mit 230 Hm ergab sich 3x die Möglichkeit in die Gumpen zu springen und unter dem Wasserfall zu duschen. Das Wasser ist eiskalt, aber die Erfahrung absolut einzigartig.

Am Montag darauf nahmen wir an der Wanderung nach Viana de Castelo teil. Nach einer 20-minütigen Zugfahrt von Moledo erklommen wir etliche Treppenstufen um zur sehenswerten Santa Luzia Kirche zu kommen, die hoch über der Gegend thront. Es folgte eine Wanderung auf einem Aquaedukt durch einsame Natur. Es war wunderschön. Zurück in Viana bestand die Möglichkeit mit den Kindern zurück zu fahren, die den Tag ebenfalls in Viana verbracht hatten, um dort ein Museumsschiff zu besuchen. Diejenigen, die noch bleiben wollten konnten dies tun – das Städtchen ist absolut sehenswert.

Kanufahren

Dienstags besteht die Möglichkeit an einer Kanutour auf dem Rio Coura teilzunehmen (es gibt auch die SUP-Version in leicht abgekürzter Form). Zunächst fährt es sich lieblich auf dem Fluss unter hängenden Bäumen mit Blick ins glasklare Wasser. Die Tour ist jedes Mal anders, da die Gezeiten den Wasserstand bestimmen. Nach etwa zwei Dritteln gibt es einen Badestopp, um aufzutanken vor der Abschlussanstrengung. Der Fluss wird breiter und fließt am Ende in den Rio Minho – da der Wind zuweilen sehr stark ist, wurde es hier dann noch sehr sportlich, insb. für Eltern, die ein kleineres Kind mit im Boot hatten.

Weiteres Sportprogramm

Es wurde eifrig und nahezu täglich Volleyball gespielt, und auch wöchentliche Turniere ausgetragen.

Viele Familien hatten Wassersport zugebucht, und mussten sich entsprechend der Gezeiten mit ihrer Tagesplanung komplett danach richten. Die Bedingungen scheinen aber sehr gut zu sein, die meisten berichteten mit Freude und Stolz von ihren Erfahrungen.

Leider fehlte das Fit und Aktiv Programm, wie man es sonst von Frosch kennt komplett. Es bestand die Möglichkeit, kostenpflichtig Yoga zu machen, jedoch passte dies oft sonst nicht mit den sonstigen Aktivitäten überein und fiel zweimal aus (zu wenig Anmeldungen, Krankheit).

Das Kinderprogramm

Das Kinderprogramm war im Prinzip nur auf eine Woche ausgelegt. In Anbetracht dessen, dass es aber einige Möglichkeiten gab, als Familie zusammen aktiv zu werden – was sehr schön war – störte es nicht. Die Betreuungszeiten richteten sich nach den Ausflügen, und waren oft länger als man es kennt.

Es schien aber so, als hätten die Kinder keinen richtigen „Ort“, an dem man sich versammelte, an dem Spiele vorhanden sind, oder auch anderes Material zur Beschäftigung (es gab z.B. keine Stifte und kein Papier). Hier besteht noch etwas Luft nach oben. Der Ausflug nach Viana war aber sehr schön, und auch die beiden Abend-Strandausflüge zum Burger/ Pizza essen.

Das Jugendprogramm war deutlich ausdifferenzierter, und die Jugendlichen kamen sehr gut auf ihre Kosten.

Das Abendprogramm

Das Abendprogramm war ganz anders als man es kennt. Es gab keine „Spielchen“ zum Kennenlernen, und auch keine Quizrunden etc. mit Ausnahme des obligatorischen Kickerturniers in der ersten Woche. Da die Zahl der Gäste nicht so hoch ist, kam man auch ohne „Starthilfe“ ganz gut in Kontakt. Dafür gab es abendliche Ausflüge zum Strand (Sundowner und – besonders großartig: Dinner-Picknick mit „Petiscos“ von Bruno) und nach Caminha zu örtlichen Festen und ins hervorragende Canto da Lobo zum Dinner.

Im Hotel selbst war eher wenig los, selbst wenn man noch länger auf der Terrasse sitzen wollte, wurde die Bar spätestens gegen 23:30 Uhr geschlossen. Einzige Ausnahme war der Grillabend am Freitag, bei dem auch der Film mit Fotos der Woche gezeigt wird.

Die Teamer

Destinationsleitung sind Fiete und Ally, die in Zeiten außerhalb Familienwochen alles allein regeln. Sie wurden unterstützt von zwei, bzw. drei Kinder- und Jugendteamern, die aber nur in Zeiten hoher Auslastung anwesend sind. Fiete und Ally sind sehr gut vernetzt, kennen sich bestens aus und waren immer ansprechbar. Allys Berliner Schnauze ist die liebenswerteste, die wir je kennengelernt haben. Wir haben viel zusammen gelacht und sie absolut ins Herz geschlossen.

Das Fazit

Urlaub an der Costa Verde ist unglaublich schön und erholsam. Die Natur ist lieblich und rau zugleich, und wir haben in den zwei Wochen nicht alles gesehen und geschafft, was man dort noch hätte tun und erleben können – obwohl wir gefühlt ständig etwas getan haben. Die Tage vergingen wie ein Windhauch, und unser Sohn hat geweint als die Ferien vorbei waren. Wir wissen zwar noch nicht wann, aber wir kommen definitiv wieder!

Alle Reiseberichte zum Reiseziel "Familien-Quinta das Relvinhas"

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