Frosch Wanderwochenende im Weserbergland im Herbst 2021
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Wärme, Sonne, Strand, Meer... ein Sporturlaub in Griechenland... Das war mein Plan für den Herbsturlaub. Aber: Coronaregelungen, Reisebestimmungen und mögliche Auswirkungen u. a. auf den Job machten wohl nicht nur mich unsicher. Könnte ein Wanderwochenende im Weserbergland eine Alternative sein?

Eine spontane, erste Antwort lautete: Nein!

Hin- und hergerissen sowie etwas halbherzig buchte ich nach längerer Überlegung dennoch die einfachere und sicherere Kurzreise.

Hauptsache, mal für ein paar Tage raus in die Natur, den Kopf abschalten und neue Eindrücke sammeln..., so redete ich mir selbst positiv zu.

Die Wettervorhersage war allerdings alles andere als „griechisch“ und somit stellte ich mich auf nasskaltes „Schmuddelwetter“ ein. Im Gepäck landeten also nicht der Bikini, die kurzen Hosen und die Flip-Flops, sondern die Regenjacke, die warmen Langarmshirts und wasserdichte Wanderschuhe.

Irgendwie stellte sich dann aber auf der dreistündigen Autofahrt am Freitagmorgen doch so etwas wie Vorfreude ein. Zudem war ich gespannt auf meine Mitwanderer. Ob die Frösche wohl immer noch so gesellige und kommunikative Wesen sind? Meine letzte Frosch-Reise war nun immerhin inzwischen fünf Jahre her.

Von der Autobahn abgefahren, lernte ich dann schon einmal ein bisschen von der Landschaft des Weserberglandes kennen, denn eine Dreiviertelstunde hatte ich mit Blick auf Hügel und Felder noch über gewundene Landstraßen zu fahren, ehe ich am Ziel, dem Gasthof „Zum Lindenwirt“ in Weißehütte ankam.

Nach dem unkomplizierten und schnellen Einchecken konnte ich schon das wirklich saubere Zimmer beziehen, meinen Koffer auspacken und mich ein wenig ausruhen. Diese Zeit nutzte das Wetter noch einmal, um mich unsanft daran zu erinnern, nicht in Griechenland angekommen zu sein: Regengüsse par excellence!

„Egal, gebucht ist gebucht und das wird jetzt durchgezogen!“, so meine Gedanken. 

„Also rein in die Regenjacke und raus zum Treffpunkt!“

Und siehe da, es gab noch weitere 12 Frösche plus Wanderführerin, die schon angereist waren, dem Wetter trotzten und auf Wanderschaft gehen wollten. So wurden wir nach einem kurzen gegenseitigen Vorstellen in einem Bulli und zwei Autos von den Gastgebern zum Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung gebracht. Beim Ausstieg hörte es tatsächlich auf zu regnen und nun konnte es wirklich losgehen.

Unser Weg führte zunächst durch den „Urwald Sababurg“, in dem es alte, riesige Bäume, wie z. B. die 200-jährige „Rapp-Eiche“, benannt nach einem ehemaligen stellvertretenden Forstamtsleiter, zu bewundern gab. Durch den Reinhardswald führte uns die insgesamt 15 km lange Strecke dann zur Sababurg. Das „Dornröschenschloss“ der Gebrüder Grimm zeigte sich tatsächlich wie im Märchen, da der Himmel aufriss und wir tolle, sonnige Fotos machen konnten. Mit buntem Herbstlaub im Hintergrund und einem am Märchenwagen gekauften Getränk legten wir am Fuße der Burg eine Rast ein, ehe wir uns auf die letzte Etappe zurück zur Unterkunft begaben.

Zurück am „Lindenwirt“ tat dann eine warme Dusche gut. Erfrischt gesellte ich mich zur Gruppe im Gastraum, um gemeinsam mit den anderen und den inzwischen weiteren fünf angereisten Fröschen das Dreigang-Abendessen mit Vorsuppe, Hauptgang in Buffetform und Dessert zu genießen.

Wie Frösche so sind, blieb man noch gesellig beisammen sitzen, ehe sich die Runde nach und nach auflöste, um fit für die Wanderung am nächsten Tag zu sein.

Morgens um 8 Uhr konnte man dann ausgiebig frühstücken und sich ein Lunchpaket zurecht machen. Um 9.30 Uhr gab es einen Shuttle zum zweiten Ausgangspunkt und heute durfte ich den Gastwirt selbst in Aktion erleben. Von den anderen hatte ich nämlich schon gehört, dass er nicht nur als Fahrer fungierte, sondern es sich auch nicht nehmen ließ, alles Wissenswerte über seine Heimat zu erzählen. Wie ein Wasserfall sprudelten die Infos aus ihm heraus und am Ausgangspunkt des zweiten Tages angekommen, hatte man viel mehr Interessantes über die Umgebung erfahren als man zur Verfügung stehend gedacht hätte.

Nach einem kurzen Abstecher zur Ruine der Bramburg wanderte die nun aus 17 Fröschen und der Wanderführerin/Reiseleiterin bestehende Gruppe los. Zunächst ging es „offroad“ abseits der breiten Wege über kleine Pfade, so dass immer wieder Ausblicke auf die Weser und das Umland möglich waren. Froh, dass kein griechisches Sommerwetter herrschte, sondern dass es zwar grau, aber trocken war und ich somit keine kurze Hose trug, konnten auch die Brombeersträucher, durch die wir uns kämpften, meinen Beinen nichts anhaben.

Oberhalb von Hemeln konnte man noch einmal einen schönen Blick ins Weserbergland werfen, ehe es hinunter ins Dorf ging. Dort kehrten wir auf der Terrasse des dort ansässigen „Kult-Restaurants“ ein und setzten dann mit der Fähre auf die andere Weserseite nach Veckernhagen über. Dem Weserberglandweg bis zum Olbetal folgend schritt die Gruppe dann kräftig aus, um zurück zur Unterkunft zu gelangen.

Mit etwas müderen Füßen als am Vortag kehrten wir nach ca. 20 Kilometern zurück zum Gasthof. Eine Dusche und ein wenig ausruhen standen bei mir auf dem Programm. Andere Mitwanderer wiederum genossen einen Gang in die Sauna, ehe man sich wieder zum Abendessen und einem gesellig ausklingenden Abend traf.

Nach einer ruhigen Nacht brach schon der letzte Tag an, so dass nach dem Frühstück ausgecheckt wurde. Der Transfer ging nun in zwei Fuhren zur Klosterkirche Lippoldsberg, von der wir nach einem Rundgang über das Gelände unsere dritte Wanderung durch die Feldmark starteten.

Später ging es am Waldrand des Kiffing weiter nach Gieselwerder und eine Rast mit Blick auf die Weser war auch bei dieser 15 Kilometer langen Wanderung natürlich inbegriffen. Unsere Lunchpakete mussten ja schließlich auch verzehrt werden.

Ein kurzer Besuch der Miniaturbauwerke-Freilicht-Ausstellung, in der auch die Sababurg und das Lippolds-Kloster vertreten sind, rundete den Eindruck über die Umgebung ab.

Mit viel frischer Luft in den Lungen kehrte die Gruppe durch den Reinhardswald nun ein letztes Mal zum "Lindenwirt" zurück, um sich vor der anstehenden Heimreise noch gemeinsam mit Kaffee oder Kakao und Kuchen zu stärken.

Wer gewollt hätte, hätte nun von diesem Standort aus gut noch seinen Kurzurlaub verlängern und im Umkreis von 20 Kilometern weitere Ziele wie beispielsweise die Städtchen Hann. Münden oder Bad Karlshafen erkunden können.

Nach der Verabschiedung und einem Austausch der Telefonnummern für eventuell weitere Wandertouren war ich aber fit und bereit für die Rückfahrt.

Und an Griechenland habe ich während des Wochenendes Dank der netten, gut gelaunten Frösche auch nicht mehr gedacht...

Um also zur Ausgangsfrage zurück zu kommen: Natürlich nicht vergleichbar, aber ja, unter den gegebenen Umständen war das Wander-Wochenende tatsächlich eine gelungene Alternative zum Griechenland-Urlaub, weil es durch die Bewegung an der frischen Luft, den Ortswechsel, die neuen Eindrücke und nicht zuletzt durch die lockere Frosch-Atmosphäre in der Gruppe ein kurzer Ausstieg aus dem Alltag war.

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