Natur pur - von Klettersteigen, Moiry Gletscher & Sonnenaufgangstour
  • Klettersteig von Saillon – Klettern entlang der Schlucht
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  • Klettersteig von Saillon – Gang über die Drahtseilbrücke
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  • Rundblick am Ende des Klettersteigs Belvedere in Nax
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  • CRY D’ER - Blick auf den Stausee
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  • Wundervoller Blick über das Tièche Tal beim Picknick
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  • Sonnenaufgangswanderung
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  • Lac de Chermignon
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  • Spezialwanderung Moiry Gletscher
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  • Ausblick vom Balkon
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Zum nunmehr vierten Mal verschlug es mich, gemeinsam mit einer Freundin, zu einem Sportclub von Frosch. Diesmal sollte es in die Schweiz gehen, genauer gesagt zum Sportclub Carlton in Crans Montana, denn die Klettersteigwoche hatte es uns angetan.

So viel kann ich vorweg schon verraten: Es hat sich definitiv gelohnt! Aber alles der Reihe nach…

Die Anreise

Zum Sportclub in Crans Montana gelangt man entweder mit dem Auto oder mit der Bahn. Wer eine Fahrgemeinschaft sucht, kann sich mit seinen Kontaktdaten an Frosch wenden und um die Weitergabe an Mitreisende bitten. So lernt sich der ein oder andere schon vorher kennen und die Umwelt freut’s.

Vor Ort angekommen, durften wir das Auto vor der Türe entladen und haben an der Rezeption wertvolle Tipps auch zu kostenfreien Parkplätzen bekommen. Den Fußweg von ca. 15 Minuten haben wir dafür gerne in Kauf genommen und uns dabei das malerische Zentrum von Crans angeschaut.

Die Aktivitäten im Überblick

An Aktivitäten mangelt es definitiv nicht: Beim Blick auf das Wochenprogramm hatten wir, auch ohne die Info, wann die 3 Klettersteigtouren unserer Klettersteigwoche stattfinden würden, schon mehr Favoriten als wir tatsächlich wahrnehmen konnten. Eine zweite oder dritte Woche im Sportclub lässt sich also problemlos füllen, ganz ohne etwas zweimal machen zu müssen - Wahnsinn!

Neben der Klettersteigwoche wurde eine Spezial-Wanderwoche angeboten und es gab ein eigenes Kinderprogramm. Wer die Wanderwoche nicht schon vorab dazu gebucht hatte, konnte sich nachträglich dafür entscheiden oder für 15,- CHF auch nur einzelne Touren mitlaufen. Ausführliche Infos zu den einzelnen Wanderungen gab es am ersten Abend mit einer kurzweiligen Diashow.

Dazu kamen noch die „normalen“ Wander- und die Biketouren (jeweils 5 Stück) und das morgendliche Yoga um 7:15 Uhr auf der Dachterrasse mit wundervollem Blick auf die Berge.

Ab 15 Uhr war der Wellnessbereich täglich nutzbar und bot müden Beinen sowohl in den beiden Panoramasaunen als auch im Ruheraum einen umwerfenden Ausblick auf die Bergkulisse. In Zeiten von Corona war die Gästeanzahl im Wellnessbereich auf 18 Personen beschränkt. Wer wollte, konnte sich ab dem Vorabend in eine Liste eintragen und bei größerem Andrang am Entspannungstag wurden auch zwei 2-Stunden-Zeitfenster angeboten.

Im ruhig gelegenen Garten hinter dem Hotel waren zwei Slacklines gespannt und an einer Seite des Hauses befindet sich eine Kletterwand, an der montags ein Schnupperklettern angeboten wurde.

Im Reisepreis inbegriffen war zudem die Explorer Card, mit der wir die umliegenden Bergbahnen kostenlos nutzen konnten. Die Gondel zum CRY D’ER (2265 m) startet unmittelbar hinter dem Haus, nur die Treppe hoch und man kann sie schon sehen. Der Blick von dort oben ist im Sommer wundervoll und das Läuten der Kuhglocken gehört definitiv zum Erlebnis dazu. 

Von der Bergstation auf dem CRY D’ER konnte man einen Blick auf den türkis anmutenden Stausee erhaschen, welcher ebenfalls mit dem Bike oder zu Fuß auf Touren erkundet werden konnte.

Nicht nur im naheliegenden Schwimmbad (ca. 10-15 Minuten Fußweg) ermöglicht die Explorer Card kostenfreien Eintritt, sondern auch in der örtlichen Kletterhalle, die sogar klimatisiert ist. Diese Gelegenheit nahmen wir bei hochsommerlichen 30°C im Schatten gerne wahr und auch für jeden der ohne Kletterpartner anreist stehen fünf Sicherungsautomaten zur Verfügung.

Für die Kids war das Highlight vermutlich die WATERGAMES, die am Etang Long See direkt neben dem Schwimmbad aufgebaut waren.

Die Klettersteigwoche

Gebucht hatten wir die Klettersteigwoche, die 3 Klettersteigtouren umfasste. Da diese Aktivität stark vom Wetter abhängig ist, variieren Tage und Touren. Für uns begann die erste Tour bereits am Sonntag (2. Tour Montag, 3. Tour Mittwoch). Unser Bergführer Harry hatte 8 Klettersteigsets inklusive Helm und Pausenschlaufe für uns dabei und da einige Teilnehmer bereits erste Erfahrungen und ihr eigenes Klettersteigset hatten, durften wir sogar zu neunt mit. Wir bildeten Fahrgemeinschaften und wechselten uns mit dem Fahren ab, da die Klettersteige jeweils zwischen 45 – 60 Minuten weit entfernt lagen.

Nach einer kurzen Unterweisung ging es bei der ersten Tour auch schon an den Berg. Bereits nach den ersten Schritten auf den Eisenbügeln war die Aussicht überwältigend. Schwindelfrei sollte man allerdings schon bei der Einsteiger-Tour sein, die immerhin mit C/D bewertet war. Sie führte uns zum Belvedere Klettersteig in Nax und belohnte uns am oberen Ende angekommen mit einem wunderschönen Rundblick und jede Menge Sonnenschein.

Fühlte man sich bei einer Passage mal etwas unsicher, war Harry stets zur Stelle und hat uns am dritten Tag an einer schwierigeren Stelle mit Überhang auch zusätzlich mit einem Seil gesichert. So konnten alle Teilnehmer die Tour und die schönen Ausblicke in vollen Zügen genießen.

Landschaftlich war mein Highlight definitiv die zweite Tour, bei der wir von einem bezaubernden Märchenwald in Saillon aus starteten und uns den Weg in die Höhe unweit eines Wasserfalls erarbeiteten. Der Blick entlang der Schlucht im zweiten Teil des Klettersteiges war einfach umwerfend und es waren immer genügend Eisenbügel vorhanden, sodass man zwischendurch bequem stehen konnte.

Wer nach den 3 Tagen noch nicht genug hatte, konnte noch einen vierten Tag dran hängen.

Am Freitag wurde dann eine zusätzliche Einsteiger-Tour angeboten, für all diejenigen, die vorher noch nicht zum Zug gekommen sind. Kostenpunkt für eine einzelne Tour waren 95,- CHF.

Die Wandertouren

Insgesamt haben wir in der Woche zusätzlich zu den drei Klettersteigtouren an drei Wanderungen teilgenommen.

Die erste führte uns mit Wanderguide Anni zur Tièche. Wir starteten mit dem Bus, dessen Haltestelle sich unweit des Sportclubs befindet, und fuhren ca. 20 Minuten bis zur Endstation. Die Busfahrt ist in der Explorer Card inbegriffen. 

An der Endstation angekommen, ging es stetig bergauf - kurz über einen asphaltierten Weg, anschließend über einen Trampelpfad gespickt mit Wurzeln und kleineren Steinen. Etwa auf halber Höhe konnten wir den ersten kleinen Wasserfall bestaunen bevor es über Holz-Erd-Treppen weiter hinauf ging. Der Weg schlängelte sich im weiteren Verlauf direkt neben einer historischen Bisse (teilweise heute noch genutzte Wasserleitung zur landwirtschaftlichen Bewässerung im Schweizer Kanton Wallis) entlang. 

Nach einer weiteren Partie Treppen und einigen Wasserfällen konnten wir oben im Tièche Tal unsere geschmierten Brote bei einem ausgiebigen Picknick genießen. Der Rückweg führte uns zurück bis zum ersten Wasserfall und dann weiter entlang der Bisse bis zum Sportclub zurück. Entlang der Route gab es mehrere Möglichkeiten, zu verkürzen und mit dem Bus und/oder einer der Bergbahnen zurück zu gelangen. 

Uns hat die Tour trotz Blasen an den Füßen einfach zu gut gefallen, um früher aufzuhören.

Da die Tour am Dienstag so schön war, schlossen wir uns Anni am Donnerstag früh (5:15 Uhr) zur Sonnenaufgangstour wieder an. Mit Taschenlampe im Gepäck empfing sie uns in freudiger Erwartung auf ca. 500 hm den Hausberg hinauf – zuerst entlang des Baches, am Lac de Chermignon vorbei und später unter der Gondel entlang bis zum Aussichtsplateau. 

Oben angekommen packte sie Becher, Teekannen sowie Äpfel und Aprikosen aus, die sie für uns aufgesattelt hatte. Mit warmem Tee in der Hand genossen wir einen unglaublich schönen Sonnenaufgang – das frühe Aufstehen hatte sich definitiv gelohnt! Um kurz nach 8 Uhr waren wir pünktlich zum Frühstück zurück.

Im Anschluss an die Sonnenaufgangstour wollten wir unbedingt noch mit zur Moiry-Gletschertour von Wanderguide Tom. Diese Tour war Teil der Spezialwanderung.

Nach unserer Ankunft zurück im Sportclub schmierten wir also schnell ein paar Brote, zogen uns einmal um und fuhren ca. 1,5 Stunden bis zum Treffpunkt am Parkplatz vor der Staumauer. Von dort ging es mit ca. 30 Personen los zur Wanderung.

Landschaftlich war die Route ebenfalls wunderschön. Sie führte vom Stausee kurz über einen breiten Kiesweg, weiter über schmale Wege – mal steil, mal flach – und endete auf einem Grat, der uns bis kurz vor den Gletscher brachte (ca. 700 hm). Wir hatten einen sonnigen, warmen Tag mit leichtem Wind erwischt, also ideal für diese Tour. 

Da uns die morgendliche Sonnenaufgangstour schon ca. 500 hm abgefordert hatte, hätten wir uns ein bisschen mehr Zeit für Pausen gewünscht, aber auch andere Teilnehmer hätten sich unterwegs gerne etwas mehr Zeit zum Fotografieren und Genießen der wunderschönen Umgebung gewünscht, denn die Wege waren zu schmal und anspruchsvoll, um sie im Vorbeigehen in sich aufnehmen zu können.

Das Essen

Was wäre ein schöner Urlaub ohne gutes Essen?!

Zum Frühstück gab es deshalb ein großes Buffet mit allem, was das Herz begehrt - verschiedene frische Brote (am Abreisetag auch kleine Brötchen), Wurst, Käse, Eier, Obst, Müsli, Milch (auch laktosefrei oder Sojamilch) und eine große Auswahl süßer und herzhafter Aufstriche (inkl. Hummus - was mit Tomate und Gurke zu meinem absoluten Favoriten für die Lunchpakete wurde, die wir uns jeden Tag zum Picknicken auf unseren Touren schmieren durften).

Das Abendessen war ebenso abwechslungsreich und bestand täglich aus 4 Gängen. Vor allem die Suppen waren immer super-lecker und hätten mir in größerer Ausführung bereits als Abendessen gereicht. Am besten verbrennt man auf den Touren möglichst viele Kalorien, damit ausreichend Platz für das Abendessen bleibt :-)

Das Haus und die Zimmer

Dem Hotel und seiner Geschichte wurde am Dienstagabend im Rahmen des Infoabends zum Wallis und Crans Montana ein eigenes Kapitel gewidmet. Es hat eine lange Tradition und die Zimmer des Hauses werden so originalgetreu wie möglich erhalten. Wellnessbereich und Dachterasse wurden hingegen später ergänzt und sind mit Ihren Glasfronten hochmodern.

Wir hatten ein Zimmer mit Balkon und eigenem Bad im dritten Stock und konnten eine wunderschöne Aussicht auf die Berge genießen. Ich war überrascht, dass wir auch bei 30°C Außentemperatur ohne Klimaanlage angenehme Temperaturen im Zimmer hatten.

Die Zimmer sind schlicht gehalten, Türen und Fenster knarren beim Öffnen und Schließen etwas, aber meines Erachtens ist das Zimmer völlig ausreichend.

Da sich unser Zimmer oberhalb der Bar befand, war es am letzten Abend leider zu laut, um mit offenem Fenster zu schlafen. Ich vermute, dass in „Nicht-Corona-Zeiten“ mehrere Abende geselliger und damit etwas lauter werden. Also vorsichtshalber Oropax einpacken, falls man einen ähnlich leichten Schlaf hat.

Das Fazit

Es war ein wunderschöner abwechslungsreicher Urlaub und es hätte noch so viel mehr zu entdecken gegeben. Wer gerne in der Natur unterwegs ist, findet hier den idealen Ort und das zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das ganze Team hat sich jeden Tag aufs Neue sehr viel Mühe gegeben uns einen tollen Urlaub zu bescheren – ganz lieben Dank dafür!

Alle Reiseberichte zum Reiseziel "Klettersteigwochen im Sportclub Carlton"

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